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Dienstag 23.02.2010 20:00 Halle
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Bratsch
La Vie, La Mort, tout ça
VVK: 15 € (zzgl. Gebühr)
AK: 19 €
das neue Programm!
präsentiert von der taz
Das neue Programm von Bratsch heißt "La Vie, La Mort, tout ça...", das Leben, der Tod, all das… Es wurde ja auch Zeit, dass sich eine Gruppe wie Bratsch mit den endgültigen Dingen beschäftigt… Das Programm bedeutet einen großen Schnitt für die Gruppe - Bratsch bestreiten erstmalig die gesamten zwei Stunden ihres Programms mit neuem Material, mit komplett neuen Stücken.

Das Programm bietet dabei sämtliche Highlights, die man von Bratsch gewohnt ist - nur alles vielleicht noch tiefer, noch radikaler, noch wilder, noch verrückter, noch gewagter denn je zuvor. Lange Improvisationen über Musik des Balkans, über Jazzmaterial, über Zigeunermusik finden sich in "La Vie, La Mort, tout ça..." ebenso wie die furiosen Instrumentalpassagen, die alle Musiker von Bratsch als Meister ihres Fachs ausweisen. Und natürlich kommt der melancholische Gruppengesang von Bratsch ebenfalls nicht zu kurz.

Verfeinert wird dies alles durch eine zurückhaltende Inszenierung und ein ausgeklügeltes Lichtspiel - hatte das Programm doch in Paris nicht zufällig gerade im Theater "La Maroquinerie" gefeierte Premiere. Bratsch zeigen sich mit ihrem neuen Programm auf dem Höhepunkt ihres Schaffens.

Vor fast 30 Jahren begannen Bruno Girard und Dan Gharibian, miteinander (Rock-) Musik zu machen, was fünf Jahre später zur Gründung der Gruppe Bratsch führte. Wiederum fast 20 Jahre dauerte es, bis sie zum ersten Mal nach Deutschland eingeladen wurden.

Dieses Ereignis, ein WDR-Konzert der Reihe "Matinee der Liedersänger", wurde im gleichen Jahr (1993) auf der CD "Bratsch: Gypsy Music From The Heart Of Europe" dokumentiert. Seither haben die fünf hierzulande fast hundertfünfzig Konzerte gegeben und sich mit unbestreitbarer Virtuosität und einem vielschichtigen wie abwechslungsreichen Repertoire in die Herzen der Hörer und Kritiker gespielt.

In ihren atmosphärisch dichten Konzerten und Darbietungen lassen sich die ausgefuchsten Akustiker große Freiräume für Improvisation, verzaubern mit Spielfreude, Humor und Soul. Und dabei faszinieren Bratsch vor allem durch ihre gewagten Improvisationen - sie spielen grundsätzlich "ohne Netz", treiben Musik auf die Spitze, kühn und gleichzeitig poetisch.

Bratsch sind - wie ihre Kollegen, die Zigeunermusiker des Balkans - beseelt von der Energie des Reisens durch Zeit, Regionen und Kulturen. Sie beherrschen ihre Instrumente perfekt, da sich ein jeder völlig auf sein Instrument (Bouzouki/Gitarre, Kontrabaß, Klarinette, Geige und Akkordeon) konzentriert.

Dabei entlocken sie ihren Instrumenten alle möglichen neuen Klangfarben. Das Ergebnis ist eine spannende wie vergnüglich dargebrachte Auseinandersetzung mit vielen Facetten zentraleuropäischen Musikschaffens. Da reiben sich der Rembetiko am Blues oder rumänische Tänze am Jazz. Osteuropäische Traditionen wie der Klezmer werden ebenso zu neuem Leben erweckt wie die Wurzeln des "Gypsy Swing", wie er von Django Reinhardt weltberühmt gemacht wurde. Griechische, armenische und neapolitanische Lieder werden mit Seele intoniert. Mit viel Gefühl und subtilen Arrangements schaffen Bratsch eine neue akustische Musik, die sie selbst als "geträumte Musik" oder "Folklore imaginaire" bezeichnen. Mit dieser Methode transportieren sie die vom Improvisieren geprägten Musiktraditionen ins nächste Jahrtausend. Die Traditionen werden mit neuen Formen, Klängen und vor allem mit einem städtischen Lebensgefühl konfrontiert.

Kaum eine andere Gruppe führt "Folklore imaginaire" derart gekonnt auf einen Höhepunkt wie die Publikumslieblinge von Bratsch - ganz sicher eine der größten Bands des Genres.
Artist Website [http://www.bratsch.com/ ]
präsentiert von der taz [http://www.taz.de/ ]
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